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Feierliche Einweihung der Pumpstation Neuensorg

Feierliche Einweihung der Pumpstation Neuensorg mit Bürgermeister Franz Uome (am Rednerpult) sowie (weiter nach rechts) Pfarrer Pater Adrian Manderla, Pfarrerin Heidrun Hemme, Erich Hahn vom Ingenieurbüro IPB, Landrat Klaus Peter Söllner, Marktgemeinderat Reiner Meisel, Geschäftsstellenleiter Michael Laaber, Bauamtsleiter Roland Tiroch und Marktgemeinderat Oswald Purucker.

Pfarrerin Heidrun Hemme (rechts) und Pfarrer Pater Adrian Manderla übernahmen die kirchliche Weihe des Projektes.

Rede des Ersten Bürgermeisters Franz Uome

Willkommen zur offiziellen Einweihung unserer Pumpstation Neuensorg!

Ich grüße ganz herzlich

- unseren Landrat Klaus Peter Söllner

- Daniel Weihermüller vom Wasserwirtschaftsamt Hof

- Diana Reichel und Erich Hahn vom Ingenieurbüro für BauPlanung Kulmbach

- Pfarrerin Heidrum Hemme

- Pater Adrian Manderla

- unsere Marktgemeinderäte

- alle Anwohner und Anlieger

- unseren Betreuer der Anlage, Klärwärter Rainer Haber

- unseren Geschäftsstellenleiter Michael Laaber

- Bauamtsleiter Roland Tiroch

- und Pressevertreter Klaus-Peter Wulf

Ich freue mich sehr, dass Sie alle - trotz der heißen Temperaturen - heute gekommen sind, um die Weihe des Pumpwerkes gemeinsam feierlich zu begehen.

Das Klärwerk im jetzigen Ortsteil Neuensorg wurde Anfang der 60er Jahre geplant und 1967 in Betrieb genommen. Für die damalige Zeit war die Anlage auf neuestem Stand der Technik und behielt ihre Betriebserlaubnis bis Ende 2005.

Da aber bereits Anfang der Jahrtausendwende klar wurde, dass eine weitere Genehmigung, aufgrund wasserrechtlich höherer Anforderungen, über 2005 hinaus nicht mehr erteilt werden würde, beschloss der Marktgemeinderat bereits im Jahre 2001 ein Ingenieurbüro mit der Überprüfung und Ausarbeitung verschiedener Varianten zur Ertüchtigung und Modernisierung der Anlage zu beauftragen, um die Pumpstation auf den aktuellen Stand der Technik bzw. der neuen Vorschriften zu bringen.

Das beauftragte Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg bot hierzu vier Varianten an. Drei Vorschläge betrafen die Modernisierung und Erweiterung der bestehenden Kläranlage.

Die vierte Variante, also der Anschluss an die Gesamtkläranlage Marienweiher, die als die sinnvollste und wirtschaftlichste erachtet wurde - auch hinsichtlich der künftigen Betriebskosten - wurde dann weiter verfolgt.

Auch abwassertechnisch und aus Sicht des Gewässerschutzes war diese Entscheidung die Sinnvollste, da die Einleitung des bestehenden Kläranlagenablaufes Neuensorg in den nur gering wasserführenden "Rehbach" entfallen würde.

Diese Lösung wurde auch dem Marktgemeinderat in seiner Sitzung vom 28. Januar 2002 vorgestellt.

Nach Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt Hof war der Anschluss an Marienweiher auch hier der richtige Lösungsansatz. Das Wasserwirtschaftsamt machte den Vorschlag, eine Gesamtsanierungsplanung aller anzuschließenden Kanäle des Ortsteiles Neuensorg mit in die Planung aufzunehmen. Aufgrund der damals geltenden staatlichen Förderrichtlinien wäre eine 60%ige Förderung möglich gewesen.

Leider wurde eine weitere Planung sowie Verfolgung des Projektes nicht mehr durchgeführt.

Erst im Jahre 2005 stellte die Marktgemeinde Marktleugast den "Antrag auf Verlängerung des bestehenden wasserrechtlichen Bescheides" an das Landratsamt Kulmbach und das Wasserwirtschaftsamt Hof. Hierzu erhielt die Gemeinde eine sogenannte Übergangserlaubnis mit Modernisierungspflicht. Unter weiteren Auflagen gab man der Marktgemeinde bis Ende 2010 die Möglichkeit, die Anlage zu modernisieren oder den Anschluss nach Marienweiher herzustellen.

Im Jahre 2009 beschloss der Gemeinderat endgültig den "Anschluss der Kanalisation Neuensorg" an das Hauptklärwerk in Marienweiher. Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro IBP aus Kulmbach umgehend beauftragt.

Erst in der Sitzung am 21. Juli 2014 fasste der Marktgemeinderat den Beschluss, das Ingenieurbüro IBP Kulmbach zu beauftragen, für die Abwasserentsorgung Neuensorg eine Langzeitwertkostenberechnung für die Varianten SBR-Kompaktanlage (Sequentielle Biologische Reinigung) und Druckleitung mit Anschluss an die Kläranlage Marienweiher zu erstellen.

Im Jahre 2015 wurden dann Gespräche mit dem Landratsamt Kulmbach zwecks Verlängerung der vorgenannten Übergangserlaubnis und dem Wasserwirtschaftsamt Hof bezüglich evtl. möglicher Förderungen geführt.

Mit erhöhten Auflagen hinsichtlich Überprüfung der Wasserwerte am Auslauf, in Verbindung mit täglicher visueller Kontrolle der Anlage sowie den Bau eines zusätzlichen Nachklärteiches (Kosten ca. 25.000 €), erwirkte die Verwaltung eine letztmalige Verlängerung des Wasserrechtsbescheides bis zum 31. Dezember 2017. Mit Ablauf dieses Termins musste die Kläranlage Neuensorg mittels Druckleitung am Klärwerk Marienweiher angeschlossen sein.

Zahlreiche Gespräche, Ausarbeitungen, Anträge folgten binnen kurzer Zeit an das Wasserwirtschaftsamt Hof. Leider mit der Aussage: Eine Förderung ist nicht möglich. Die Gemeinde muss die Herstellung der Neuanlage komplett selbst finanzieren.

Das Ingenieurbüro IBP stellte dann Anfang 2016 die Gesamtbaumaßnahme im Marktgemeinderat vor.

Dazu gehörten auch die Umbauarbeiten an bereits vorhandenen Regenüberlaufbecken, Sanierung des Hauptsammler-Kanals vor der bestehenden Kläranlage, die Umbau- und Rückbauarbeiten der bestehenden Anlage, der Verkehrswegebau, Planungskosten usw.

Nach erfolgter Ausschreibung vergab am 29. März 2017 der Marktgemeinderat den Gesamtauftrag an die Firma Günther-Bau aus Stadtsteinach.

Baubeginn war nun endlich der 11. Mai 2017. Seit Ende Dezember 2017 fließt nun sämtlich anfallendes Abwasser aus der Kanalisation Neuensorg in die Hauptkläranlage Marienweiher.

Trotzdem war das Gesamtprojekt in Neuensorg noch nicht abgeschlossen. Außenanlagen, Rückbau des zusätzlichen Teiches, Fertigstellung der Sanierung vorhandener Regenbauwerke usw. dauerten noch bis Anfang dieses Jahres an.

Die Gesamtkosten inkl. aller Nebenkosten werden sich am Ende auf ca. 1,4 Mio. € belaufen.

Schließlich hat sich der Marktgemeinderat im Juni 2018 auch noch für die Asphaltierung der Zufahrt zur Kläranlage ausgesprochen. Der Weg ist nun staubfrei und die Anwohner werden weniger belastet. Auch der Winterdienst kann künftig die Schneeräumung leichter vornehmen. In diesem Zug konnte die Einfahrt verbessert und die Ableitung des Niederschlagswassers bei Oskar Will besser vorgenommen werden.

Mein Dank geht an die Anwohner, die viel Geduld für den Baustellenverkehr aufbringen mussten. Besonders danke ich Herrn Oskar Will, der immer ansprechbar war und konstruktive Lösungen mitgetragen hat. Auch der Pächter, Herr Ferdinand Schramm, hat für die Dauer der Baustelle das Feld nicht bewirtschaften können. Über das Grundstück von Herrn Edgar Pöhlein wurde der Kanal neu verlegt.

Weiterhin gilt mein besonderer Dank allen am Bau beteiligten Firmen:

  • Günther-Bau GmbH, Stadtsteinach (Herr Groschupp und Herr Baumer)

  • IBP Ingenieurbüro für BauPlanung, Kulmbach (Frau Reichel)

  • K+S Richter Schaltanlagen GmbH, Kasendorf

  • UFT Umwelt- und Fluid-Technik Dr. H. Brombach GmbH, Bad Mergentheim

  • Dieter Nußgräber, Elektroanlagen, Kulmbach

  • HIMMEL ® technologies, Gescher

  • Planungsbüro für Elektrotechnik, Kulmbach

Ich möchte mich natürlich auch ganz herzlich bei unseren zuständigen Fachbehörden bedanken.

Das sind das Wasserwirtschaftsamt Hof (Frau Künzl und Herr Weihermüller) sowie bei Frau Dietzel vom Landratsamt Kulmbach für die stets sachliche und kompetente Beratung und Begleitung des Bauvorhabens.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, zusammen mit dem Marktgemeinderat und der Verwaltung freue ich mich, heute die Pumpstation in Neuensorg seiner endgültigen offiziellen Bestimmung zu übergeben.

Feierliche Einweihung der Pumpstation Neuensorg

Nach der Rede des Ersten Bürgermeisters Franz Uome, die die Entstehungsgeschichte der neuen Pumpstation beschrieb, erklärte Erich Hahn vom Ingenieurbüro für BauPlanung Kulmbach die Technik des Pumpwerkes und Betriebsgebäudes. Die Abwasserleitung geht bis in Höhe der Dreifachsporthalle in Marktleugast, von wo aus das Schmutzwasser in der vorhandenen Kanalisation weiter zur Zentralkläranlage in Marienweiher fließt. Hahn nannte das Projekt gut gelungen.

Landrat Klaus Peter Söllner freute sich bei der Einweihung der Pumpstation und des Betriebsgebäudes dabei sein zu können. Das Projekt habe jahrelang die Bürger beschäftigt. Er gratuliere der Marktgemeinde Marktleugast und ihrer Bürgerschaft dazu. In Sachen Förderung machte Klaus Peter Söllner den Verantwortlichen um Ersten Bürgermeister Franz Uome doch noch Hoffnung, eine staatliche Bezuschussung zu bekommen. Er sagte aufgrund eines Schreibens des Bayerischen Staatsministers für Umwelt und Verbraucherschutz von Herrn Thorsten Glauber: "Die Regierungsfraktionen haben inzwischen den gemeinsamen Antrag gestellt, wonach Maßnahmen für Trink- und Abwasseranlagen, die seit Einführung der Härtefallregelung im Jahr 2016 begonnen und noch nicht abgerechnet wurden, die günstigen Bedingungen der geänderten Richtlinie RZWas 2018 Anwendung finden sollen. Es gehe um ca. 15 vergleichbare Vorgänge. Der Umweltausschuss habe diesem Antrag bereits einstimmig zugestimmt. Wenn der Antrag im Plenum des Bayerischen Landtages angenommen wird und das Finanzministerium zustimmt, könnten der Markt Marktleugast und der Markt Wonsees doch noch Härtefallförderung für den Bau des Verbundkanals erhalten. Diese Entscheidung bleibt abzuwarten. Bei positiver Entscheidung werde Staatsminister Thorsten Glauber wieder auf uns zugehen."

"Es wäre gut, wenn der Markt Marktleugast noch eine Förderung für dieses 1,4 Millionen Euro-Projekt bekommen würde", freute sich Bürgermeister Franz Uome.