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Aus der Marktgemeinderatssitzung vom 27. Juli 2020

Keine Photovoltaik-Sondergebiete in der Marktgemeinde Grafengehaig

Im Vordergrund der Marktgemeinderatssitzung Grafengehaig standen die Voranfragen für Bauleitplanverfahren für Photovoltaik-Sondergebiete von Manfred Haas auf zwei Flurstücken von ca. 3,7 Hektar und/oder ca. 5,3 Hektar jeweils in der Gemarkung Horbach. Die Firma Münch Elektrotechnik hat für eine 3,5 Hektar große Fläche in der Gemarkung Grafengehaig-Seifersreuth angefragt. Diese hatte der Marktgemeinderat am 18. Mai 2020 besichtigt, aber keine Entscheidung getroffen. In der Ratssitzung am 22. Juni haben dann zwei Bürger von Horbach eine Unterschriftenliste der Bürgerinitiative: "Nein! Zum Solarpark in Horbach" mit Begründung übergeben.

Die Frage "Wollen wir es genehmigen oder nicht?!" stellte Erster Bürgermeister Werner Burger der anschließenden Diskussion voran. Er ging zudem auf ein Sondergebiet bei Trottenreuth ein und sagte: "Das ist Wahnsinn und fällt sofort ins Auge. Wir sollten uns unsere Frankenwaldregion mit so etwas nicht kaputt machen. Wenn wir nicht aufpassen, werden wir zugepflastert." Wenn die Bürger dagegen sind, könne er es nicht befürworten, so Burger. "Auch ich bin da strikt dagegen", sagte Klaus Keil.

"Ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs und finde die Photovoltaikflächen mitten in der Landschaft nicht gut. Dafür sind meines Erachtens die Dächer da", sagte Andrea Weber. Bernd Witzgall merkte an, dass für Photovoltaikanlagen im Frankenwald auch Ausgleichsflächen ausgewiesen werden müssen. Manfred Rodler trat dafür ein, die Thematik abzuschließen.

Der Marktgemeinderat Grafengehaig lehnte es mit folgendem einstimmigen Beschluss grundsätzlich ab, Photovoltaik-Sondergebiete auszuweisen: Die Flächen liegen im Schutzgebiet "Naturpark Frankenwald" und Seifersreuth auf einer Hochfläche, die auf drei Seiten zu tiefeingeschnittenen Bachtälern hinabfällt. Die Hochfläche wird zudem intensiv grünland- und ackergenutzt. Und die Ausweisung eines Sondergebietes Solar auf einer unbelasteten Freifläche entspricht nicht dem Ziel der Nachhaltigkeit. Es gibt ausreichend Flächen, die im Zuge einer Doppelnutzung für Photovoltaik hergenommen werden können. Ein großflächiger Solarpark beeinträchtigt das Landschaftsbild erheblich. Es sollten nur solche Flächen zur Verfügung stehen, die ökologisch beeinträchtigt sind. Der Marktgemeinderat weist auf die Initiative des Solarkatasters für den Landkreis Kulmbach hin. Rechnerisch stehen im Landkreis Kulmbach 4,2 Millionen Quadratmeter an Dachflächen zur Verfügung. 92 Prozent dieses Potentials sind noch ungenutzt.

Bestellung der Verbandsräte

Nach der Satzung des Zweckverbandes der Wasserversorgung der Walberngrüner Gruppe entsendet der Markt Grafengehaig neben dem Ersten Bürgermeister Werner Burger noch weitere sieben Verbandsräte mit Stellvertretung aus den Ortsteilen Grafengehaig/Seifersreuth, Eppenreuth, Grünlas, Horbach, Rappetenreuth, Schlockenau und Walberngrün. Für Grafengehaig/Seifersreuth ist Klaus Keil Verbandsrat (Stellvertreter Christoph Wirth), für Eppenreuth Andrea Weber (Volker Kirschenlohr), für Grünlas Martin Frisch (Harry Czernotzky), für Horbach Manfred Haas (Bernd Ott), für Schlockenau Edwin Schramm (Markus Villa), für Walberngrün Bernd Witzgall (Klaus Lauterbach) und für Rappetenreuth Manuel Nahr (Otmar Goller).

Mehrfamilienhaus Hauptstraße 21

Einmütig hat der Grafengehaiger Gemeinderat auch den Bauantrag für die Erstellung des Mehrfamilienhauses an der Hauptstraße 21 abgesegnet. Bürgermeister Werner Burger sagte, dass das Architekturbüro Stiefler + Seiler PartGmbB diesen erstellt hat. Geplant sind fünf Mietwohnungen, davon zwei 2-Zimmer-, zwei 3-Zimmer- und eine 4-Zimmerwohnung. Bürgermeister Werner Burger sagte, dass der Freistaat Bayern das Schaffen von Mietwohnraum in Mehrfamilienhäusern durch Neubau fördert. Auch die Regierung von Oberfranken plädiere dafür zu investieren und Wohnraum zu schaffen.

Mehrgenerationenpark

Auf dem Grundstück Hauptstraße 21 entsteht ein modernes, behindertengerechtes Mehrfamilienwohnhaus, das mit Mitteln aus dem Wohnraumförderprogramm bezuschusst wird. Das kommt für den Markt Grafengehaig günstiger, als ein Baugebiet auszuweisen, sagte Bürgermeister Werner Burger.

Das Grundstück selber werde der öffentlichen Nutzung zugeführt. Hier soll ein Freisitz für die Besucher des Dorfgemeinschaftshauses, Dorfladens und ein Mehrgenerationenspielplatz/Familienplatz entstehen. Die Lage sei hervorragend dafür geeignet und das Architekturbüro Stiefler + Seiler habe hierzu sehr gute Vorschläge erarbeitet. Auf dem Grundstück Hauptstraße 19 (Rathaus) stehen bereits ausreichend Parkplätze zur Verfügung, sodass ein behindertengerechter Zugang zum Mehrgenerationenspielplatz vorhanden ist. Burger weist auf die überörtliche Bedeutung eines solchen Projektes hin.

Der jetzige Spielplatz befinde sich außerhalb des bebauten Bereiches von Grafengehaig, unmittelbar neben einer Straße und Scheune, die dem Bauhof gehöre. Der Spielplatz selbst liegt zum großen Teil im Schattenbereich. Durch die Möglichkeit im Innenbereich Grafengehaigs einen Spielplatz zu errichten, würde der Ortskern eine unglaubliche Aufwertung erfahren. Die Bevölkerung und Kinder würden das Projekt sehr begrüßen. "Der Markt hat sich bewusst für eine solche Planung entschieden, um den Erlebniswert von Grafengehaig mit Dorfgemeinschaftshaus, Dorfladen und Mehrgenerationenspielplatz zu steigern. "Das wäre eine Aufwertung, die beispielhaft für ganz Bayern sein könnte und beweist, dass das Leben im ländlichen Raum attraktiv gehalten werden kann. Das Projekt wird im Rahmen der Förderoffensive mit 90 Prozent gefördert, Spielgeräte aber nicht. Die Kosten liegen bei 350.000 Euro und die Eigenbeteiligung des Marktes Grafengehaig bei zehn Prozent.

Hier finden Sie einen Entwurf des Generationenspielplatzes.

Bauantrag zugestimmt

Einmütig stimmte der Marktgemeinderat Grafengehaig dem Bauantrag von Sebastian Wirth auf Errichtung eines Carports mit Treppenüberdachung zu.

Kommunaler Haushalt 2020

Bürgermeister Burger sagte, dass der vom Gemeinderat kommunale verabschiedete Haushalt der Marktgemeinde Grafengehaig vom Landratsamt rechtsaufsichtlich gewürdigt wurde.