Verwaltungsgemeinschaft

Aktuelle Meldungen

Aus der Marktgemeinderatssitzung vom 17. Mai 2021

Marktleugast investiert in die Jugendarbeit

Einen breiten Raum mit langer Diskussion hat bei der Marktgemeinderatsitzung von Marktleugast die geplante Kooperation mit dem Verein "Die Gunga" für die Gemeindejugendarbeit eingenommen. Über Video waren der Vorsitzende des Helmbrechtser Vereins, Pascal Bächer, und der kommunale Jugendbeauftragte des Marktes Marktleugast, Michael Schramm, zugeschaltet.

Bürgermeister Franz Uome führte dazu ein und erklärte, dass Michael Schramm Kontakt zu dem Verein "Die Gunga" aufgenommen hat, der neben der Stadt Helmbrechts auch in den Gemeinden Stammbach und Marktschorgast in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Form von "offenen Treffs" tätig ist. Die Durchführung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Marktleugast könnte so von einer pädagogischen Fachkraft des Vereins übernommen werden.

Für den Jugendbeauftragten Michael Schramm sei dies ein "großer Schritt nach vorne" in der 1996 gegründeten offenen Jugendarbeit im Markt Marktleugast. Ein Hauptziel sei die Eröffnung und der Betrieb eines Jugendtreffs gewesen. Dies sei auch 1997/1998 im damaligen alten Kino gelungen. "Seit inzwischen 25 Jahren sind wir Ansprechpartner für die offene Kinder- und Jugendarbeit in der Kommune und organisieren immer wieder unterschiedliche Aktionen und Veranstaltungen für unsere Zielgruppe. Das kommunale Jugendprojekt "Die Schmiede" sei aus der Marktleugaster Zukunftswerkstatt des Kreisjugendrings und der Landkreisjugendarbeit Kulmbach im Jahr 2016 entstanden. Hier sei es hauptsächlich um die Partizipation der jungen Leute bei der Gestaltung und Weiterentwicklung unserer Gemeinde gegangen. Beide Institutionen werden durch Schramm geleitet, die Grenzen seien inzwischen fließend. Als Jugendbeauftragter sehe er sich als Bindeglied und würde hier alle möglichen Synergien nutzen, auch als Mitglied im Kreisvorstand des Kreisjugendrings Kulmbach.

Die Arbeit der letzten 25 Jahre hat gezeigt, dass das Publikum der Jugendarbeit alle zwei bis drei Jahre wechselt, weil sich die angesprochene Altersgruppe wieder anderen Themen, wie Ausbildung, Studium, erste Beziehung oder Führerschein widmet. Kinder blieben meist länger "dabei", erwarten aber ständige Aktionen. "Deshalb muss Jugendarbeit flexibel und vor allem kontinuierlich sein. "Letzteres sei ehrenamtlich nicht möglich. Darum hätte man sich das Modell von "Die Gunga" angeschaut und sei begeistert gewesen.

In Kombination der vorhandenen Struktur: Jugendverein, Jugendbeauftragter, "Die Schmiede", Jugendsozialarbeit an Schulen und den Vereinen hätte man mit einer fest installierten pädagogischen Kraft die Chance, "unsere Jugendarbeit auf breite Füße zu stellen und Synergien für alle innerhalb des Netzwerks, aber auch darüber hinaus, zu erzeugen". Jeder würde den Mehrwert schätzen lernen.

So könnten soziale Brennpunkte zum Teil entschärft und "alleingelassene" junge Leute könnten durch die dann bestehende Kontinuität im Angebot der kommunalen Jugendarbeit aufgefangen werden. Bei anderen Jugendlichen könnte das Interesse an gesellschaftlichem Engagement geweckt oder verstärkt werden. Hier würden hauptsächlich Vereine und die Allgemeinheit profitieren.

Die Eröffnung eines Jugendtreffs sei im Hinblick auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten nur dann wesentlich einfacher, wenn man den Eigentümern oder Vermietern der Räume auch ein schlüssiges Konzept mit der Betreuung durch eine pädagogische Fachkraft vorlegen kann. Ein "wilder" Jugendtreff mit ausschließlich ehrenamtlichem und nicht speziell ausgebildetem Personal sei im Allgemeinen weniger akzeptiert.

Pascal Bächer stellte den Räten den 1983 gegründeten Verein "Die Gunga", ein anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, vor. Seit 1993 betreibt der Verein das Jugendzentrum "PUR" in Helmbrechts, seit 2008 das "Filmwerk" in Helmbrechts, seit 2013 den Jugendtreff "ZOOM" in Stammbach und seit 2019 den Jugendtreff "JUMA" in Marktschorgast. Hier finden die Kinder und Jugendlichen ein vielseitiges Programm vor. In den Kommunen Stammbach, Marktschorgast und Helmbrechts ist der Verein auch Träger der Gemeindejugendarbeit und gibt Jugendprogramme heraus. Im "Filmwerk" in Helmbrechts werden Kulturprojekte angeboten, außerdem ist man hier in der interkulturellen Arbeit aktiv. "Wir warten dabei nicht, dass jemand zu uns kommt, wir gehen auch raus, wo sich die Jugend trifft", so Bächer. Die Prinzipien der offenen Jugendarbeit seien: Offenheit, Freiwilligkeit, Partizipation, Lebenswelt- und Sozialorientierung, Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Die Gemeindejugendarbeit fördert die Jugendarbeit in Vereinen und Verbänden und unterstützt offene Angebote der Jugendarbeit. Sie ist auf den drei Säulen, offene kommunale Jugendarbeit im Jugendtreff, Beteiligung am Gemeinwesen und Vernetzung und Kooperation aufgebaut. Dies bedeute, Unterstützung und Beratung bei Veranstaltungen und Angeboten der Jugendarbeit, Öffentlichkeitsarbeit in Absprache mit den örtlichen Jugendorganisationen und Vereinen, Vernetzung und Kooperation bei der Herausgabe von gemeinsamen Ferienprogrammen des Jugendtreffs und den Jugendgruppen von Vereinen. Man bietet non-formale Bildung und Workshops, mit denen das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen gestärkt wird, soziokulturelle Angebote und digitale Sozialarbeit. Man begleitet den Jugendstadtrat (Helmbrechts) und Jungbürgerversammlungen (Stammbach und Helmbrechts), arbeitet mit der Kommunalen Jugendarbeit der Landkreise zusammen, unterstützt die Vereine oder Jugendgruppen bei Anträgen auf Förderung und Zuschüsse, arbeitet mit Schulen und Tagesbetreuung zusammen, koordiniert die Taschengeldbörse (Helmbrechts) und bietet Ferienaktionen mit dem Spielmobil des Landkreises Hof (Helmbrechts und Stammbach).

Für Marktleugast schlägt Bächer vorerst die Schaffung einer 15-Stunden-Stelle vor. Start könnte im September sein. Das mittelfristige Ziel sei die Installation eines Jugendtreffs. Die Kosten für die Gemeinde würden 22.000 Euro im Jahr betragen. Nach einem positiven Beschluss des Marktgemeinderats müsse eine Vereinbarung unterzeichnet werden. Dann könnte der Verein die Stelle ausschreiben.

Marco Buß (FW) wollte wissen, ob dazu in Marktleugast die Jugend und die Jugendleiter befragt wurden und wie viele Kinder und Jugendliche angesprochen werden sollen. Schramm antwortete, dass man damit in Marktleugast etwa 200 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahre ansprechen kann. Ziel sei, sie politisch zu interessieren und sie den Vereinen zuzuführen. "Das ist der Grundstock für eine hervorragende Jugendarbeit." Yves Wächter (WGM) lobte den ausgezeichneten Vortrag und ihn interessierte, wie viele Kinder und Jugendliche nicht in Vereinen organisiert sind. Dies konnte Schramm nicht beantworten. 15 bis 20 Personen würden auf der Straße "abhängen". Bächer ergänzte, dass man auch solche Kinder und Jugendliche gewinnen möchte, bei denen zu Hause nicht alles gut läuft und wo nicht so viel Geld vorhanden ist. "Wir schaffen Angebote, das ist unser täglich Brot." In allen offenen Angeboten seien junge Menschen aus allen Schularten. Für Margareta Schoberth (CSU) ist dies eine "wunderbare Sache", die eigentlich jede Gemeinde braucht. Und für ihren Fraktionskollegen Daniel Schramm ist es wichtig, dass man es probiert. "Nach zwei, drei Jahren sieht man, wie die Resonanz ist." Marc Hartenberger (CSU) regte an, den Start auf das Jahr 2022 zu verschieben, weil dann vielleicht schon viele Kinder geimpft sind. Bächer hätte damit keine Probleme, man habe den Monat September gewählt, weil dann die Sozialarbeiter von der Fachakademie kommen. Wächter wollte weiter wissen, wie man die Jugendlichen, die man bisher mit der sehr guten Arbeit der "Schmiede" nicht erreicht hat, mit dem neuen Angebot erreichen will. Für Margareta Schobert ist das ein Angebot für alle Kinder und Jugendlichen, nicht nur für die Randgruppen. Bächer sagte dazu, dass man mit jedem Euro, den man in die Jugendarbeit investiert sieben Euro bei der Jugendhilfe spart. Auch Matthias Schramm (FWNG) sieht im neuen Angebot eine "Supersache", man sollte aber zunächst die Vereine, die sich in dieser Zeit gerade so über Wasser halten, unterstützen. Marco Rödel (WGM) erinnerte, dass man bereits die Jugendsozialarbeit an Schulen anbietet, warum sollte man hier noch ein Modell installieren. Man sollte sich lieber mit den Vereinen zusammensetzen, ob sie etwas ähnliches auf die Beine stellen könnten. Hier sieht Cornelia Buß (HBG) den pädagogischen Effekt gegenüber der Vereinsarbeit. "Deshalb sollte das Projekt gleich gestartet werden." Setrick Röder (FW) interessierte, in welchen Räumen die Treffen stattfinden sollen. Bürgermeister Franz Uome denkt hier an Räumlichkeiten in der Grund- und Mittelschule. Wächter stellte den Antrag, die Beschlussfassung zu verschieben. Diese wurde mit 8:8 Stimmen abgelehnt. Mit 9:7 Stimmen wurde schließlich beschlossen, die aktive kommunale Kinder- und Jugendarbeit sowie die Gemeindejugendarbeit an den Verein "Die Gunga" als anerkannten Träger freier Jugendarbeit zu übertragen.

Der Jugendbeauftragte zeigte sich sehr dankbar, dass Bürgermeister Uome und der größere Teil des Marktgemeinderats die Lage richtig einschätzt und das Vorhaben mit der nötigen Priorität anerkennt und wertschätzt. "Wir investieren durch die Anstellung einer Teilzeitkraft in unsere jungen Menschen und somit in eine stabilere Zukunft unserer Heimatgemeinde."

Bedenken, dass man jetzt nicht den richtigen Zeitpunkt erwischt, setzte er entgegen: "wann ist der richtige Zeitpunkt?". Seit 25 Jahren suche man nach einer guten Lösung. "Diese haben wir jetzt." Man müsse aktiv werden und sehen, wie es sich entwickelt. "Wenn wir nichts tun, wissen wir zumindest, dass nichts passieren wird."

Die erfolgreiche Arbeit von "Die Gunga" in Helmbrechts, Stammbach und Marktschorgast sei Beweis genug, dass das Konzept aufgeht und man in Marktleugast, als eine der größten Gemeinden im Landkreis, unbedingt eine Vorreiterrolle mit Nachahmungscharakter spielen sollte.

Pascal Bächer, Vorsitzender von "Die Gunga" in Helmbrechts.

 

Michael Schramm, Jugendbeauftragter des Marktes Marktleugast.

 


Büro stellt Vorplanung vor

Tino Heß und Christoph Philipp Nützel vom Architekturbüro "juli architektur + design" stellten dem Marktgemeinderat Marktleugast die Vorplanungen zum Umbau und zur Sanierung von Marienweiher 16 vor. Das ehemalige "Weiße Lamm" wird zum Bürger- und Pilgerzentrum umgebaut. Die wesentliche Aufgabe sei es, die denkmalgeschützten Teile zu erhalten. Zum behindertengerechten Hauptzugang führt eine Baumallee, eingegrenzt durch eine Natursteinmauer aus Steinen der alten Stallungen. Im Erdgeschoß befindet sich das Pilgerbüro, wo auch kleine Veranstaltungen stattfinden können, der Zugang zum Gewölbekeller und zum neuen Anbau mit Foyer und Veranstaltungsraum. Im Obergeschoß befinden sich die spartanisch eingerichteten Einzel- und Doppelzimmer sowie der Schlafraum für die Pilger.

Witzgall neuer Seniorenbeauftragter

Seit 2009 hat der Altbürgermeister Manfred Huhs das Amt des ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten begleitet. Seine Amtszeit geht am 31. Mai zu Ende und er steht für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. Gemeinderat Klaus Witzgall, hauptberuflich Geschäftsführer des VdK-Kreisverbands Hof, stellte sich für das parteipolitisch und konfessionell unabhängige Amt zur Verfügung und wurde einstimmig durch den Gemeinderat für die Dauer von zwei Jahren mit den Aufgaben beauftragt.

Neuer Seniorenbeauftragter der Marktgemeinde Marktleugast: Klaus Witzgall.


Tiroch informierte aus dem Bauamt

Roland Tiroch vom Bauamt teilte dem Gemeindegremium mit, dass zwei Bauvorhaben als Angelegenheit der laufenden Verwaltung das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde. Stephanie und Klaus Schmidt werden in der Prof.-Rucker-Straße 15 ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage bauen und André Krauß baut an das bestehende Wohnhaus in der Helmbrechtser Straße 5 einen Balkon an.

Aufträge vergeben

Bürgermeister Franz Uome informierte, dass für den Erdtank der Pelletsheizung des neuen Bürgerbegegnungszentrums mit Arztpraxis ein Schwerlastdeckel notwendig ist. Wegen der langen Lieferzeit von 14 Wochen wurde die Abdeckung im Rahmen einer dringlichen Anordnung bei der Firma Höllering in Presseck für etwa 13.500 € bestellt.

Für den zugänglichen Bereich des Feuerwehrlöschteichs in Steinbach wurden drei Angebote für einen Doppelstab-Gitterzaun mit einem zweiflügeligen Tor zur Wasserentnahme eingeholt. Den Auftrag bekommt die günstigste Firma, Metallbau Heinold, in Stammbach, für nicht ganz 5.500 €.

Raser in der Sauerhofer Straße

Besorgte Hohenberger Bürger haben sich beklagt, dass in der Sauerhofer Straße viel zu schnell gefahren wird. Die bestehende Vorfahrtsregelung "rechts vor links" würden die Verkehrsteilnehmer nicht beachten. Insgesamt seien 20 Unterschriften gesammelt worden, dass dort verkehrsberuhigende Maßnahmen in Form von Schildern oder baulicher Art durchgeführt werden sollten.

Besseres Radwegenetz gefordert

Beim neuen Radwegekonzept des Landkreises Kulmbach fordert Bürgermeister Franz Uome, dass das Oberland besser berücksichtigt wird. In Marktleugast sei dazu eine Arbeitsgruppe gegründet worden, deren Vorschläge seien an das Landratsamt weitergereicht worden und sollten im neuen Radwegenetz Berücksichtigung finden.

750.000 € für Sportstätten

Nachdem der Förderantrag zur Sanierung der Dreifachsporthalle abgelehnt worden war, hat sich die CSU-Wahlkreisabgeordnete Emmi Zeulner eingesetzt und erreicht, dass der Markt für die Sanierung der Dreifachsporthalle und der Tartanbahn auf der Schulsportanlage insgesamt etwas mehr als 750.000 € erhalten hat.

Bundestagswahl wirft Schatten voraus

Zur Bundestagswahl im September wird Marktleugast zwei Briefwahllokale sowie zwei Urnen-Wahllokale in Marktleugast einrichten, erklärte Bürgermeister Uome. Die Wahllokale in den Ortsteilen entfallen, weil die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie in den kleinen Räumen nicht eingehalten werden können.